Motorradständer hinten – die Unterschiede

Will man ein Motorrad aufbocken, um beispielsweise Reparaturen, Wartung oder Pflege durchführen, bietet es sich an, mit einem Motorradständer hinten das Rad anzuheben. Warum dies die bessere Wahl ist, als das Zweirad bei diesen Arbeiten auf dem Seitenständer abzustellen, erkläre ich hier.

Motorradständer hinten – „Universal“

Der auf dem Foto dargestellte Motorradständer ist quasi „der Klassiker“. Er besteht in den meisten Fällen aus einer geschweißten oder verschraubten Stahlrohr-Konstruktion. In selteneren Fällen ist der Montageständer aus Aluminium gefertigt. Oft sind geschweißte Versionen einen „Tick“ stabiler, nehmen beim Lagern oder Verstauen aber mehr Platz in Anspruch als eine verschraubte Version. Vorausgesetzt, man zerlegt den Motorradständer nach jeder Nutzung wieder in seine Einzelteile. 🙂 Neben dem eigentlich Rohr-Gerüst verfügen so gut wie alle Heckständer über zwei Achsen mit Rollen, die das Anheben des Motorrads erleichtern sollen.

Funktionsweise

Motorradständer hinten von Ricambi Weiss mit Universal-Aufnahme - Motorradheber - Montageständer Motorrad - Kawasaki Z650Bei dieser klassischen Bauart, wird der Montageständer so hinter dem Motorrad positioniert, dass sich das Hinterrad ein Stück zwischen den beiden Rohren des Motorradständers befindet. Der Motorradständer wird dabei auf den Rollen am Boden geführt. Eine Hand des „Bedieners“ befindet sich am „Griff“ des Motorradständers, die andere Hand am Heck des Zweirads. Das Fahrzeug ist während dessen auf dem Seitenständer abgestellt. Nun richtet man das Zweirad mit der Hand, die sich am Motorrad befindet soweit vom Seitenständer auf, dass es fast keine Seitenneigung mehr aufweist und der Seitenständer entlastet wird. Parallel dazu werden die beiden L-förmigen Motorradständer-Aufnahmen von unten an der Hinterrad-Schwinge angesetzt. Anschließend wird der Griff des Montageständers nach unten gedrückt. Die dabei wirkenden Hebelkräfte führen dazu, dass das Heck des Motorrads angehoben wird. Das Motorrad steht anschließend mit dem Heck sicher und ohne Seitenneigung auf dem Motorradständer. Der Seitenständer ist unbelastet und kann eingeklappt werden.

Vor- & Nachteile

Die Vorteile bei diesem Hinterradständer sind seine leichte Bedienung und der günstige Anschaffungspreis. Außerdem muss am Motorrad selbst nichts montiert werden, um diesen Motorradheber nutzen zu können. Darüber hinaus kann dieser Montageständer durch die L-förmige Schwingen-Aufnahme sehr universell eingesetzt werden. Hier heißt es nur die Breite des Montageständers mit ein paar wenigen Handgriffen auf die Breite der Schwinge anzupassen und schon können die meisten Motorräder problemlos aufgebockt werden.

Problematisch wird dies jedoch bei Motorrädern, deren Schwinge stark von einer kastenförmigen Form abweicht und eher geschwungene ist. Hier kann es zu Problemen kommen, wenn die L-förmigen Aufnahmen nicht die notwendige Auflagefläche haben. Ein sicherer Halt des Motorrads auf dem Ständer ist somit nicht gewährleistet. Auch Motorräder, die über eine Einarm-Schwinge verfügen sind mit diesem Klassiker nicht aufzubocken. Da diese Beispiele aber nur auf wenige Motorräder zutreffen, bleibt zu sagen, dass für die meisten Anwender diese Art von Motorradständer goldrichtig und absolut empfehlenswert ist!

Motorradständer hinten – „Racing“

Diese Art von Motorradständer ist grundsätzlich genauso aufgebaut wie der oben vorgestellte universale „Klassiker“. Stahl- beziehungsweise Alu-Rohr-Konstruktion, geschweißt oder verschraubt, zwei Räder und ein „Griff“. Auch die Funktionsweise ist im Grundsatz gleich. Doch wo unterscheiden sich die beiden Versionen? Der Unterschied liegt in der Schwingen-Aufnahme, also dem Punkt, an dem der Montageständer das Motorrad berührt und anhebt. Während der zuvor vorgestellte Motorradständer L-förmige Aufnahmen hat, besitzt diese Version V-förmige Aufnahmen. Doch wie wird diese Aufnahme an der Hinterrad-Schwinge des Motorrads angesetzt? Die V-Form der Aufnahme eignet sich offensichtlich wenig, um sie in direkten Kontakt mit der Unterseite der Schwinge zu bringen. Das wäre alles andere als sicher und so ist der Gebrauch selbstverständlich auch nicht gedacht! 🙂

Racingadapter

Um diesen Heckständer also nutzen zu können, benötigt man sogenannte Racingadapter – auch als Bobbins bekannt – welche links und rechts an der Schwinge angebracht werden. Zu diesem Zweck besitzt so gut wie jede Motorradschwinge bereits ab Werk entsprechende Gewinde, in welche die Adapter geschraubt werden. Die Bobbins sind in nahezu jeder Farbe erhältlich und können so entweder dezent oder sogar als auffälliger Eye-Catcher dauerhaft am Motorrad verbaut bleiben. Worauf man beim Kauf von solchen Racingadaptern achten muss und was sie für zusätzliche Vorteile mit sich bringen, erkläre ich hier.

Funktionsweise

Motorradständer hinten Racing V-Aufnahme - Motorradheber - Montageständer Motorrad - Suzuki GSR750Der Montageständer mit V-förmiger Aufnahme funktioniert wie bereits erwähnt sehr ähnlich wie der Hinterradständer mit L-förmiger Aufnahme. Der einzige Unterschied beim Aufbocken des Motorrads lieg darin, dass die Aufnahmen nicht direkt an der Schwinge, sondern an den zuvor angeschraubten Racingadaptern angesetzt werden. Um den Montageständer an den Bobbins ansetzen zu können, wird auch hier mit einer Hand am Heck das Fahrzeugs das Motorrad vom Seitenständer entlastet und nahezu aufgerichtet. Mit der anderen Hand wird der Montageständer so von hinten an die Bobbins angesetzt, dass diese sich innerhalb des „Vs“ befinden. Nun wird der Ständer nach unten gedrückt. Dadurch bewegt sich das Heck des Motorrads nach oben. Danach kann der Seitenständer eingeklappt und die geplanten Arbeiten problemlos am Motorrad durchgeführt werden.

Vor- & Nachteile

Auch bei diesem Motorradständer liegt der Vorteil beim günstigen Preis und in der einfachen Bedienung. Darüber hinaus bietet er aus meiner Sicht noch ein klein wenig mehr Stabilität, da das Motorrad mit den angeschraubten prismaförmigen Racingadaptern quasi in dem „V“ der Ständeraufnahme liegt und nicht nur auf dem „L“ der universellen Ausführung dieses klassischen Motorradständers. Zusätzlich ist die Form der Schwinge für diese Art von Heckständer unerheblich. Leider funktioniert auch dieser Montageständer nicht bei Motorrädern, bei denen eine Einarm-Schwinge verbaut ist. Darüber hinaus muss man zusätzlich Bobbins kaufen, die allerdings preislich kaum ins Gewicht fallen und meiner Meinung nach noch einige Vorteile mit sich bringen.

Empfehlung

Meine klare Empfehlung für alle Standard-Arbeiten am Motorrad, ist ein Motorradständer mit Racingadaptern, da er große Sicherheit und Stabilität bietet und auch bei stark geformten Schwingen zum Einsatz kommen kann. Wer aus Gründen der Flexibilität zum Motorradständer mit L-Aufnahme greift, ist ebenfalls gut beraten.

Wichtig, egal für welche Version man sich entscheidet, ist vor allem die Qualität der Motorradständer! Auf ihnen lastet das Motorrad, was den meisten sehr an‘ s Herz gewachsen sein dürfte! Lieber 5€ mehr ausgeben und ein mögliches Umkippen des Motorrads dadurch nicht riskieren!

Doch selbst für kleines Geld kann man einen sehr guten Motorradständer kaufen, wie das Motorradständer-Set von Ricambi Weiss eindrucksvoll beweißt.